Unter dem Titel „Schweigen ist keine Option!“ widmete sich unser jüngster „Stammtisch aktiv!“ dem Thema Gewalt gegen Frauen. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie jede und jeder im persönlichen Umfeld helfen kann, wenn Gewalt in einer Partnerschaft vermutet wird.
Referent Ralf Molocher berichtete aus seiner langjährigen Erfahrung als Polizeibeamter. Dabei machte er deutlich, dass sich im Umgang mit häuslicher Gewalt in den vergangenen Jahren vieles verändert hat. Polizei und Behörden verfügen heute über deutlich mehr Möglichkeiten, frühzeitig und wirksam einzugreifen sowie Betroffene zu schützen.
Zu Beginn seines Vortrags sensibilisierte Ralf die zahlreichen Zuhörerinnen und Zuhörer anhand von Plakaten mit typischen Täteraussagen. Diese verdeutlichten, wie sich Machtungleichgewichte und problematische Verhaltensmuster in Beziehungen oft bereits früh erkennen lassen. Eine ergänzende Filmsequenz zeigte eindrucksvoll, dass Gewalt häufig lange vor körperlichen Übergriffen beginnt – etwa durch Kontrolle, Einschüchterung oder psychischen Druck.
Besonders bewegend war der Beitrag einer betroffenen Frau, die ihre persönlichen Erfahrungen schilderte. Sie machte deutlich, wie wichtig Aufmerksamkeit, Unterstützung und Ermutigung aus dem sozialen Umfeld sind. Gleichzeitig zeigte sie konkrete Möglichkeiten auf, wie Angehörige, Freundinnen und Freunde oder Nachbarinnen und Nachbarn helfen können.
In einer zentralen Botschaft waren sich beide Vortragenden einig: „Schweigen ist keine Option!“ Sie appellierten an die Anwesenden, bei Verdachtsmomenten nicht wegzusehen: „Auch beim leisesten Verdacht: Sprecht die Frauen an. Teilt eure Beobachtungen oder euer Unwohlsein mit. Bietet eure Unterstützung an. Fragt offen nach. Habt keine Scheu.“
