Christian Vavra

Vertriebsmanager, Stadtrat, 1 Kind, Umweltreferent, seit 2011 bei den Grünen

„Ich bin bei den Grünen, weil ich mich gerne für eine intakte Natur, mehr Menschlichkeit und eine Gesellschaft, in der jeder frei und in Frieden leben kann, engagiere.“

1. Warum hast Du Dich für ein Engagement bei den Grünen entschieden?


Herzenssache. Gerne und jederzeit trete ich für eine friedlichere und gerechtere Welt ein.

2. Was zeichnet Deiner Meinung nach die grüne Partei besonders aus?


Globales Denken und lokales Handeln. Grüne Konzepte sind in diesem Kontext gut durchdacht, dadurch oftmals leider sehr erklärungsbedürftig.

3. Welche (politische) Persönlichkeit bewunderst Du und warum?


Ich bewundere Persönlichkeiten, welche das Gemeinwesen vor den Eigennutz stellen.

4. Was ist aus Deiner Sicht die größte Chance, die wir als Gesellschaft in den nächsten Jahren ergreifen müssen?


Die Entkoppelung von Wirtschaftswachstum und Ressourcenverbrauch muss geschafft werden!

5. Was ist für Dich die größte Herausforderung, die uns politisch in den nächsten Jahren bevorsteht?


Für die Entkoppelung von Wirtschaft und Ressourcen brauchen wir einen breitenwirksamen Bewusstseinswandel sowie richtige soziale Innovationen.

6. Wenn Du 3 (politische) Wünsche frei hättest, welche wären das?


Wunsch 1. Die Politik muss aufhören, den Menschen A für B zu verkaufen.

Vertrauen und Glaubwürdigkeit sind Grundpfeiler nachhaltiger Politik. Leider beginnt das Gegenteil heute meist schon am Wahlabend: Die Partei der Kanzlerin erzielte bei der Bundestagswahl das schlechteste Ergebnis seit 1949, und dennoch lächelte Angela Merkel stoisch in die Kameras und sagte, sie habe sich „ein bisschen mehr“ erhofft, sei ansonsten aber „ganz zufrieden“.

Wunsch 2. Gesellschaft und Politik müssen aufhören, auf Symptome zu starren.

Paradebeispiel vergangene Bundestagswahl: Die Zeit des Wahlkampfes bis zum Wahlabend vermitteln den Eindruck, als stehe die AfD kurz vor der Machtergreifung. Fast reflexartig stürzten sich Politiker und Reporter in ihren Analysen und Kommentaren erschrocken-empört auf deren Wahlerfolg. Selbstkritik der ehemaligen Volksparteien? – Fehlanzeige! Und somit liegt der letzte Wunsch auf der Hand:

Wunsch 3. Die Politik muss endlich anfangen, über die Zukunft zu reden!

Über Jahre hinweg wird bereits mühsam und ergebnisarm über Themen diskutiert, die sich um die Vergangenheit und die Bewahrung des Status quo drehen (Rente, Mindestlohn, etc.). Wie aber schaffen wir die Entkoppelung von Wirtschaftswachstum und Ressourcenverbrauch? Wie meistern wir die weitere Globalisierung? Mit welchen Konzepten werden wir durch die Digitalisierung nicht abgehängt? Was geschieht in Sachen Bildung?

Die vielleicht wichtigste Aufgabe von Politik: Menschen zu ermutigen, Neues zu wagen, und Lust zu machen auf die Zukunft.


7. Welche persönlichen Ziele leiten Dein Engagement bei den Grünen?


Ein ökologischeres, sozialeres Marktoberdorf.

8. Wenn Du Bürgermeister*in in Marktoberdorf wärst, würdest Du…


… die Erzeugung erneuerbarer Energien sofort weiter ausbauen und fördern! Ich würde mich beispielsweise sofort für einen Bebauungsplan für städtische und Bürgerwindräder einsetzen. Leider wird die bestehende Abstandsregelung (10 H Regelung) fälschlicher Weise als Bauverbot verstanden. Die 10 H Regelung stärkt jedoch lediglich das Planungsrecht der Kommunen.

9. Marktoberdorf ist…


… Heimat liebenswerter Menschen.

10. Wenn Du zurückblickst, auf was bist Du in Deinem Leben bisher so richtig stolz?


Der Gedanke an meine seit mehreren Jahrzehnten andauernde, tolle Beziehung zu meiner Frau und unserer gemeinsamen Tochter und die Hoffnung auf noch viele weitere gemeinsame Jahre erfüllen mich mit Freude.

11. Was bedeutet Heimat für Dich?


Ich habe ein Gefühl von Heimat, wenn ich mich wohlfühle, als Familienmitglied, als Mitglied der Gesellschaft, als Freund unter Freunden.

12. Was bedeutet es für Dich, ein „nachhaltiges Leben“ zu führen?


Nachhaltig zu leben bedeutet für mich, generationengerecht und umweltfreundlich zu handeln. Mit endlichen Ressourcen möchte ich sehr verantwortungsbewusst umgehen. Leider ist aber ein “nachhaltiges Leben” keine rein persönliche Entscheidung, denn Vieles wird bereits auf den unterschiedlichen Verwaltungsebenen entschieden: Nach Berechnungen des Umweltbundesamtes fließen allein in Deutschland jährlich mehr als 57 Milliarden € Subventionen in umweltschädliche Bereiche. Darüber hinaus stützt die Politik allzu oft die Ausbeutung und Zerstörung von Ressourcen, oder sie duldet sie mindestens.

13. Welches Lebensmotto hast Du?


Frei nach Bertold Brecht: „Wer kämpft, kann verlieren. Wer nicht kämpft, hat schon verloren.“ Aber zugegeben: Manchmal lohnt sich das Nachgeben einfach mehr als das Kämpfen. 😉