Eva und Gerhard Küster

[Naturheilpraktiker, 3 Kinder und 3 Enkel, seit über 30 Jahren bei den Grünen]


„Wir wollen dazu beitragen, unsere Stadt liebens- und lebenswert zu erhalten und nachhaltig weiterzuentwickeln!“

1. Warum habt Ihr Euch für ein Engagement bei den Grünen entschieden?


Als wir Mitte der 90er Jahre mit unserem Grünen Engagement begannen, waren unsere Kinder gerade im Schulalter. Unsere Aufmerksamkeit auf eine lebenswerte Zukunft der 3 Kinder wurde nochmals geschärft, dazu waren wir als Naturheilkundler der biologischen Ausrichtung sehr sensibilisiert und Themen der Umwelt, des Verkehrs, der Atomkraft, der Tierhaltung und vieles andere mehr waren unser tägliches Brot. Die verschiedenen Ehrenämter, wie Elternbeiräte in Kindergarten und Schule, brachten die ersten Kontakte mit der örtlichen Politik und so war es vorhersehbar, dass ein Ein- und Mitmischen bei kommunalpolitischen Themen zwingend folgen musste.

2. Was zeichnet Eurer Meinung nach die grüne Partei besonders aus?


Die Grüne Partei zeichnet Ehrlichkeit aus. Was wir in den 90er Jahren alles propagiert haben, war geprägt von viel Weitblick. Es bedurfte ganz viel Beharrlichkeit und Ausdauer bis viele Wähler (leider auch durch die rasant zunehmende Klimaveränderung!) begriffen haben, dass die Prognosen der 90er wohl richtig waren. Dass jetzt auch alle anderen politischen Parteien die Themen der Grünen annehmen, ehrt sie einerseits, da es zeigt, dass sie lernfähig sind, zeigt aber auch 30 – 40 Jahre Versäumnisse auf und dass es ihnen nur um die aktuellen Prognosen in der Wählergunst geht.

3. Welche (politische) Persönlichkeit bewundert Ihr und warum?


Mahatma Gandhi hat durch friedlichen Protest und Beharrlichkeit sehr tiefe Fußstapfen in der Welt gesetzt. Heute wäre er sicher Umwelt – und Friedensaktivist bei den Grünen.

4. Was ist aus Eurer Sicht die größte Chance, die wir als Gesellschaft in den nächsten Jahren ergreifen müssen?


Durch das junge Alter der Veränderungswilligen sollten viele politische Themen schneller gehen und durch diese Jugend sollten lobbyfreie Veränderungen möglich sein. Raus mit allen Lobbyisten, aus allen Themen. Beratende Experten in den Meinungsbildungsprozessen dürfen nicht manipuliert und manipulierbar sein.

5. Was ist für Euch die größte Herausforderung, die uns politisch in den nächsten Jahren bevorsteht?


Endlich eine, der Zeit angemessene Politik 4.0 . Und nicht mit abgegriffenen Methoden der 70/80er Jahre versuchen, die Probleme des 21. Jahrhunderts auszusitzen. Politik muss wieder agieren und nicht reagieren.

6. Wenn Ihr 3 (politische) Wünsche frei hättet, welche wären das?


A:  Alle Lobbyisten raus
B:  Die Politik muss wieder den Menschen dienen
C:  Mehr Frauen und junge Menschen in die Entscheidungsgremien

7. Welche persönlichen Ziele leiten Euer Engagement bei den Grünen?


Persönlich haben wir gar keine Ziele mit unserem Engagement. Das haben wir über viele Jahre bereits hinter uns. Wir werden aber weiter dazu beitragen, in unserem Städtchen eine liebenswerte Kleinstadt zu erhalten und weiterzuentwickeln.

8. Wenn Ihr Bürgermeister*in in Marktoberdorf wärt, würdet Ihr…


Die dringenden Probleme endlich anpacken und umsetzten. Insbesondere der öffentliche Nahverkehr, die Siedlungspolitik, zentrumsnahes Wohnen und Leben und vieles andere mehr. Im Feuerwehrsystem muss endlich eine Strukturveränderung her. Wir leisten uns 6 Ortswehren und eine Städtische. So wünschenswert dies ist, so unbezahlbar ist es inzwischen, da die Kommune hier der Sachaufwandsträger ist. Auch wenn das Thema eine heilige Kuh im ländlichen Bereich ist, so darf es doch keinem Denkverbot unterliegen.

9. Marktoberdorf ist…


Liebenswert und kleinstädtisch, ländlich und offen, gebildet und musisch, traditionell und modern und hat noch unglaublich viel Potential.

Marktoberdorf ist… fällig für eine Grüne Politik.

10. Wenn Ihr zurückblickt, auf was seid Ihr in Eurem Leben bisher so richtig stolz?


Auf unsere 3 Kinder und unsere 3 Enkelkinder.

11. Was bedeutet Heimat für Euch?


Heimat ist für uns, dort verwurzelt zu sein, wo wir leben.

Hier in Marktoberdorf, im Ostallgäu, leben und arbeiten zu können.

Sich einzubringen, wo immer es nötig ist und war.

12. Was bedeutet es für Euch, ein „nachhaltiges Leben“ zu führen?


Für uns als Ältere bedeutet nachhaltiges Leben, dass wir uns so verhalten, dass wir nach uns – unseren Kindern und Enkeln – eine lebenswerte Welt hinterlassen.

Dinge, die wir tun oder nicht tun, auf deren Folgen prüfen und so viel als möglich dazu beitragen, dass wir eine lebenswerte Umwelt um uns hinterlassen und so wenig wie möglich dazu beitragen, diese Umwelt zu zerstören.

So wenig als möglich das Auto zu benutzen, so wenig als möglich zu Fliegen (in unserem Falle gar nicht), unseren persönlichen Konsum nach dem Motto „Qualität vor Quantität“ auszurichten.

Wir haben uns unser ganzes Leben in Ehrenämtern bemüht – gesellschaftlich und politisch! – an Veränderungen im Sinne der Nachhaltigkeit mitzuwirken.

13. Welches Lebensmotto habt Ihr?


Der Herr gebe mir die Kraft Dinge zu ändern, die ich ändern kann, er gebe mir die Einsicht Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann und er gebe mir die Weisheit, das Eine vom Anderen zu unterscheiden.