Ralf Strohwasser

Dipl. Geoökologe, selbstständig, seit 2018 bei den Grünen


„Ich unterstütze alle Bestrebungen für eine ökologisch und sozial bewusster werdende Gesellschaft. Insbesondere wünsche ich mir den längst überfälligen Brückenschlag zwischen Landwirtschaft und Naturschutz. “

1. Warum hast Du Dich für ein Engagement bei den Grünen entschieden?


Mein Engagement bei den Grünen verdanke ich dem ehem. Bundeslandwirtschaftsminister Schmid von der CSU. Er hatte entgegen seines Regierungsauftrages Glyphosat für weitere 5 Jahre in Brüssel durchgesetzt.  Nachdem die gesamte CSU kein Problem mit diesem Verhalten hatte und geschlossen hinter Schmid stand, wusste ich: Es reicht nicht zu reden und zu denken, jetzt muss ich aktiv werden. Da ich den anderen Parteien bzgl. ihrer Entschlossenheit zu Klimaschutz und Ökologie wenig zutraue, unterstütze ich aktiv die Grünen.

2. Was zeichnet Deiner Meinung nach die grüne Partei besonders aus?


Die Grünen wagen eine zukunftsweisende Vision. Sie sind wenig verfilzt mit der Lobby in Industrie und Verbänden. Die Grünen vertreten m.E. eine Politik, die mehr dem Land dienen möchte als der eigenen Macht. Die neu gewählten Führungsspitzen in Bayern und Deutschland sind eine sehr gute Wahl.

3. Welche (politische) Persönlichkeit bewunderst Du und warum?


Robert Habeck und Angela Merkel für ihren Anstand und die innere Ruhe, Greta Thunberg für ihre realitätsnahe Radikalität, Miriam Pfanzelt & Robert Herbst für die neuen fröhlichen Impulse in unserer Marktoberdorfer Gruppe.

4. Was ist aus Deiner Sicht die größte Chance, die wir als Gesellschaft in den nächsten Jahren ergreifen müssen?


Es wird zunehmend klar, dass das derzeitige globale System von Ausbeutung, Raubbau, Überbevölkerung und Klimafeindlichkeit seine Grenzen überschreitet. Die meisten Politiker, die dies begreifen, sind zu ängstlich, unbequeme neue Wege zu formulieren. Sie appellieren – annähernd vergeblich – lieber an die Freiwilligkeit.

Wir brauchen diesbzgl. eine parteien- und länderübergreifende Zusammenarbeit. Die EU ist hierfür eine gute Plattform.

5. Was ist für Dich die größte Herausforderung, die uns politisch in den nächsten Jahren bevorsteht?


Umweltschutz. Die Art und Weise, wie zum Beispiel der CSU-Landwirtschaftsminister Schmidt damals entgegen seines Auftrages die weitere Genehmigung für Glyphosat in Brüssel durchdrückte, hat gezeigt, wie profitorientierte Lobbykräfte uns gefährden (Schmidt hat jetzt einen hoch dotierten Posten bei der Bahn – den nach der Landwirtschaft größten Konsumenten von Glyphosat!). Ich bin zornig, weil das Artensterben nicht nur in den Tropenwäldern, sondern seit meiner Kindheit in hohem Tempo vor unserer Haustür stattfindet. Umweltschutz ist kein grünes Hobby, sondern eine von vielen übersehene Notwendigkeit.

Ein verantwortungsbewusster Umgang mit der Migration: einerseits menschlich sein, andererseits zwingende Forderungen an Migranten bzgl. Assimilationsbereitschaft stellen.

6. Wenn Du 3 (politische) Wünsche frei hättest, welche wären das?


Verantwortung übernehmen, die fundamentalen Rückzugsgebiete verlassen, um für die Mitte glaubhaft zu werden. Berührungsängste mit konservativen Strömungen überwinden und diese mit ins Boot nehmen. Locker drauf bleiben und nicht intellektuell-dogmatisch engstirnig werden.

7. Welche persönlichen Ziele leiten Dein Engagement bei den Grünen?


Ökologie & Nachhaltigkeit, mehr (auch finanzielle) Wertschätzung des Sozialwesens

8. Wenn Du Bürgermeister*in in Marktoberdorf wärst, würdest Du…


Innere Baulücken schließen, Leerstand bekämpfen, neue Baugebiete einschränken… und so viel wie möglich Tempo 30 auf den Nebenstraßen.

9. Marktoberdorf ist…


… eine zwar nicht besonders hübsche, aber liebens- und lebenswerte Stadt.

10. Was bedeutet Heimat für Dich?


Ein gutes Miteinander mit den Bewohnern der Stadt.

11. Was bedeutet es für Dich, ein „nachhaltiges Leben“ zu führen?


Zu erkennen, dass Weniger zu einer Erhöhung des Lebensstandards führt (weniger Belastung, weniger Gedanken um materielle Güter, mehr Wertschätzung des „Kleinen“). Sich zu bescheiden ist „geil“.

12. Welches Lebensmotto hast Du?


Wenn ich mal sterbe, möchte ich auf ein fröhliches und verantwortungsvoll gelebtes Leben zurückblicken können.